Ertragskraft: Öffentliche Sparquote – ÖSQ

Die Ertragskraft ist eine Dimension des KDZ-Quicktests. Die Kennzahl Öffentliche Sparquote – ÖSQ spiegelt das Verhältnis zwischen dem Saldo der laufenden Gebarung (Saldo 1) und den laufenden Ausgaben (Summe 2) wider und wird wie folgt berechnet:


 
 Saldo 1 [KZ 91]
 —————————————————————————————————  x 100
 Laufende Ausgaben [KZ 29 - KZ 28] 
 
 

Der Kennzahlenwert ist folgendermaßen zu interpretieren:

  • Je höher der Wert ist, desto größer ist der Anteil der laufenden Einnahmen, der für die (teilweise) Finanzierung der Ausgaben der Vermögensgebarung, die Rückzahlung von Schulden und die Bildung von Rücklagen zur Verfügung steht.
  • Liegt der Wert bei Null, so ist dies ein ernsthaftes Zeichen für eine Überforderung des Haushaltes. Mit den laufenden Einnahmen können lediglich die laufenden Ausgaben gedeckt werden. Für Investitionen oder die Schuldentilgung sind keine Spielräume mehr vorhanden.
  • Ist der Wert negativ ist die Finanzsituation sehr ernst, Sanierungsmaßnahmen sind unverzüglich einzuleiten. Hier ist schon zur Finanzierung der Ausgaben der laufenden Gebarung eine Neuverschuldung notwendig.
  • Der Vergleich dieser Kennzahl über mehrere Jahre gibt Auskunft darüber, wie sich der Budgetspielraum der Gemeinde verändert hat bzw. verändern wird. Zeigt sich im Zeitablauf ein anhaltend sinkender Wert, ist dies ein erstes Alarmzeichen und ein Hinweis auf eine sinkende Ertragskraft.

Allgemein kann man sagen, dass eine ÖSQ über 25 Prozent sehr positiv zu bewerten ist, während ein Ergebnis unter 5 Prozent ein deutliches Warnsignal ist.